Wirt­schaf­ten in Zei­ten von Kostensteigerungen

Was bleibt am Ende übrig?

In Kri­sen­zei­ten zeigt sich der Cha­rak­ter. Die­se Tugend gilt nicht nur auf dem Spiel­feld, son­dern unver­kenn­bar auch im Umgang der Ent­schei­dungs­trä­ger im Unter­neh­men mit der Coro­na­pan­de­mie. Denn wie kön­nen Gie­ße­rei­en trotz der enor­men Kos­ten­stei­ge­run­gen wei­ter­hin erfolg­reich blei­ben und gleich­zei­tig den Blick Rich­tung Zukunft rich­ten? Das Refe­rat Betriebs­wirt­schaft bie­tet den Mit­glieds­un­ter­neh­men dazu Sta­tis­ti­ken, Ana­ly­sen und kon­kre­te Unterstützungsangebote.

Die Coro­na­pan­de­mie stellt nicht nur ein Risi­ko für unse­re Gesund­heit, son­dern auch für die Wirt­schaft dar, wie die Situa­ti­on Ende 2020 zeig­te: Lag der Roh­öl­preis zu Beginn der Coro­na­pan­de­mie – in Fol­ge des welt­wei­ten Lock­downs – zeit­wei­se unter null Euro (ja, dies ist sta­tis­tisch mög­lich), so schnel­len die Indi­zes an den Roh­stoff- und Ener­gie­bör­sen aktu­ell wei­ter in die Höhe. Kraft­stof­fe an den Tank­stel­len lie­gen im Früh­jahr 2022 jen­seits der zwei Euro, die Infla­ti­ons­ra­te steigt nicht zuletzt seit Aus­bruch des Ukraine-Kriegs.

Wäh­rend Auto­fah­rer teil­wei­se auf Fahr­ten ver­zich­ten kön­nen, sieht die Lage in den Gie­ße­rei­en anders aus. Es muss pro­du­ziert wer­den – Guss­kom­po­nen­ten sind sys­tem­re­le­vant! Ohne Bau­tei­le für Land­wirt­schaft, Wind­kraft oder Maschi­nen­bau, um nur weni­ge Bei­spie­le unse­rer Breit­band­in­dus­trie zu nen­nen, wür­de vie­ler­orts, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, schnell Still­stand herr­schen. Wie fra­gil die glo­ba­len Wert­schöp­fungs­ket­ten und der Frie­den sind, sehen wir nicht erst seit dem Krieg in der Ukrai­ne. Doch die in des­sen Fol­ge zusätz­lich ent­stan­de­ne Dra­ma­tik an den Ener­gie- und Roh­stoff­bör­sen hat unmit­tel­ba­re Kon­se­quen­zen für Gie­ße­rei­en. Wir als BDG unter­stütz­ten Sie auch im ver­gan­ge­nen Jahr mit diver­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen, um Ihnen wenigs­tens eine Ver­or­tung der eige­nen Kos­ten­po­si­ti­on zu ermöglichen.

Betriebs­wirt­schaft­li­che Kennzahlen/Kostenentwicklung

Die Ver­öf­fent­li­chung der Betriebs­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len der Gie­ße­rei-Indus­trie, die einen voll­stän­di­gen Über­blick bereit­hält – von den Umsät­zen, über Per­so­nal­kos­ten, Kran­ken­stän­de bis zu den Mate­ri­al­kos­ten – ist eines der wich­tigs­ten Nach­schla­ge­wer­ke unse­rer Mit­glieds­un­ter­neh­men. Beglei­tet von der „Über­sicht zur Kos­ten­ent­wick­lung – Rück­blick 2020“, die aus­führ­li­che Erläu­te­run­gen zu den ein­zel­nen Kos­ten­po­si­tio­nen bie­tet, las­sen sich so die eige­nen Kos­ten­po­si­tio­nen ver­glei­chen. Bei­de Ver­öf­fent­li­chun­gen erschei­nen in Lang­ver­si­on im BGD-Extra­net sowie als Zusam­men­fas­sung regel­mä­ßig im BDG-Report oder dem BDG-News­let­ter. Kom­ple­men­tiert wer­den die jähr­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen von den Kal­ku­la­to­ri­schen Kos­ten sowie den Kos­ten und der Kos­ten­struk­tur der deut­schen Gie­ße­rei-Indus­trie. Hier wird pri­mär auf die Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zurückgegriffen.

Bilanz- und Ertragskennzahlen

Neben den für alle Mit­glie­der zugäng­li­chen Sta­tis­ti­ken hat das Refe­rat Betriebs­wirt­schaft auch im ver­gan­ge­nen Jahr die Umfra­ge zu den Bilanz- und Ertrags­kenn­zah­len durch­ge­führt. Die Umfra­ge erscheint seit 2018 jähr­lich statt alle zwei Jah­re und somit bereits zum 12. Mal. Wir als BDG bau­en damit unse­ren Ser­vice kon­ti­nu­ier­lich aus, damit Sie bei Ihren Kun­den und Lie­fe­ran­ten best­mög­lich „sprech­fä­hig“ sind. Zugleich schaf­fen wir mit die­ser Umfra­ge eine brei­te Daten­ba­sis und wei­ter­ge­hen­de exklu­si­ve Kenn­zah­len der Gie­ße­rei-Indus­trie – nicht zuletzt zur eige­nen Standortbestimmung.

Lei­der war die Teil­neh­mer­zahl mit 58 in die­ser Aus­ga­be so nied­rig wie noch nie. Erfreu­li­cher­wei­se nahm die Teil­neh­mer­zahl aus NE-Metall­gie­ße­rei­en wei­ter­hin im Ver­hält­nis leicht zu. Eine Aus­wer­tung nach Haupt­werk­stof­fen, Schicht­ver­glei­chen und Form­ge­bungs­ver­fah­ren ist exklu­siv den Teil­neh­mern vor­be­hal­ten. So viel an die­ser Stel­le: Nach­dem die Leis­tungs­ren­di­te von 2,4 % im Jahr 2018 ein ver­bes­ser­tes Bild zeig­te, lag der Wert mit 0,7 % in 2019 nied­ri­ger denn je. Eine ähn­lich nega­ti­ve Ent­wick­lung zeigt sich auch für die ande­ren Leis­tungs­kenn­zah­len. Die­se und wei­te­re Kenn­zah­len wur­den im Voll­text aus­führ­lich dis­ku­tiert und in den Kon­text gesetzt. Die vor­läu­fi­gen Zah­len für 2020 – die Aus­wer­tung der Umfra­ge läuft aktu­ell – sieht noch­mals ein wenig schlech­ter aus. Im Mit­tel sind die Gie­ße­rei­en mit einer schwar­zen Null durch das ers­te Coro­na­jahr gekommen.

Wei­te­re Beratung

Neben den regel­mä­ßi­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen hat sich das Refe­rat Betriebs­wirt­schaft an diver­sen Pro­jek­ten und AdHoc-Ein­rei­chun­gen betei­ligt. Nach den über­aus erfolg­rei­chen Coro­na-Not­fall­kof­fern im Jahr 2020, gab es im ver­gan­ge­nen Jahr wei­ter­hin hohen Bera­tungs­be­darf zu den Fra­gen der Kurz­ar­beit, finan­zi­el­len Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten sowie wei­te­ren Fra­ge­stel­lun­gen rund um Corona.

Für die Ver­öf­fent­li­chung der Stu­die „Kli­ma­pfa­de 2.0“ konn­ten wich­ti­ge betriebs­wirt­schaft­li­che Kenn­zah­len zuge­lie­fert wer­den, um die Kos­ten der Trans­for­ma­ti­on hin zur Kli­ma­neu­tra­li­tät auf­zu­zei­gen. Doch auch im Bereich der wei­ter­hin stark zuneh­men­den Kos­ten­be­las­tun­gen in den Berei­chen Ener­gie und Roh­stof­fe hat der BDG mit ein­deu­ti­gen Kenn­zah­len die dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung anschau­lich dar­stel­len können.

Kos­ten- und Leistungsvergleich

Ein wich­ti­ger Bera­tungs­an­satz ist die Erstel­lung eines Kos­ten- und Leis­tungs­ver­gleichs (KLV). Basie­rend auf den im KLV gefun­de­nen Kos­ten­struk­tu­ren kön­nen Wei­chen für eine Kos­ten­re­duk­ti­on bzw. ver­ur­sa­chungs­ge­rech­te­re Zuord­nung gestellt wer­den. Als BDG-Bera­tung sor­gen wir für eine Trans­pa­renz Ihrer Kos­ten­stel­len. Das Ange­bot der ent­gelt­li­chen BDG-Bera­tung zielt genau auf die­sen indi­vi­du­el­len und tie­fe­ren Bera­tungs­be­darf ab und rich­tet sich dabei nicht nur an Mit­glie­der, son­dern soll der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Gie­ße­rei-Indus­trie ins­ge­samt die­nen, wobei wir unse­ren Mit­glie­dern attrak­ti­ve­re Kon­di­tio­nen bie­ten kön­nen. Zudem ken­nen die Fach­re­fe­ren­ten oft­mals die Unter­neh­mens­si­tua­ti­on, was eine schnel­le Ein­ar­bei­tung in die The­ma­tik ermög­licht. Vie­le Fra­ge­stel­lun­gen las­sen sich wei­ter­hin durch einen Anruf oder eine E‑Mail bereits gut inhalt­lich erar­bei­ten. Wir holen Sie dort ab, wo bei Ihnen der Schuh drückt.

Dr. Fynn-Wil­lem Lohe
Refe­rent Betriebswirtschaft
Dr. Fynn-Wil­lem Lohe
Refe­rent Betriebswirtschaft