Premiere beim BDG

1. Zukunftstag der Gießerei-Branche

Die erste Veranstaltung dieser Art des BDG am 29. Juni 2021 im HdGI markierte eine Zeitenwende – in mehrfacher Hinsicht. In der Spitze knapp 400 Teilnehmer verfolgten eine sechsstündige hybride Veranstaltung, die wesentliche Themen der Branche ansprach: Mittelstand, Mobilität, Klimaschutz. Die Botschaft an Politik und Branche: Guss ist unverzichtbarer Bestandteil vieler Produkte und damit unserer Wirtschaft.

Die Ver­an­stal­tung ist ein Ergeb­nis des Zukunfts­work­shops von Prä­si­di­um und Refe­ren­ten aus dem Jahr 2020. Erkennt­nis: Die The­men Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­schutz prä­gen Lebens­sti­le und hin­ter­fra­gen unse­re Indus­trie­pro­duk­ti­on. Eine zukunfts­fä­hi­ge, aktiv die­se gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Impul­se auf­neh­men­de Aus­rich­tung von Unter­neh­men und Wirt­schaft ist des­we­gen erfor­der­lich – und sie ist nur nach­hal­tig, wenn sie auf allen drei Säu­len fußt – auf Öko­no­mie, Öko­lo­gie und Sozia­lem. Daher will der BDG akti­ver, sicht­ba­rer, selbst­be­wuss­ter agie­ren und die Bran­chen­the­men mode­rie­ren – zum Bei­spiel in einer eige­nen Ver­an­stal­tung wie dem Zukunftstag.

Coro­na­kri­se und bevor­ste­hen­de Bun­des­tags­wahl brach­ten Kli­ma- und Nach­hal­tig­keits­the­men mit beson­de­rer Macht auf die Agen­da. „Ein Durch­flie­gen unter dem Radar“ ist für den Ver­band kei­ne Opti­on, „die Bran­che muss sicht­ba­rer wer­den“, so BDG-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Max Schu­ma­cher in sei­ner Begrü­ßung. BDG-Prä­si­dent Cle­mens Küp­per ergänz­te: „Wir als Pio­nie­re der Cir­cu­lar Eco­no­my ermög­li­chen die Ener­gie­wen­de. Wir schaf­fen mit Tech­nik und Inno­va­ti­on die Vor­aus­set­zung für die Trans­for­ma­ti­on zu einer CO2-neu­tra­len Welt. Wir garan­tie­ren attrak­ti­ve Arbeits­plät­ze in der Indus­trie, in unse­ren Betrie­ben“. Mit der Nen­nung kon­kre­ter Anlie­gen der Bran­che wie etwa dem Wech­sel von fos­si­len zu elek­tri­schen Schmelz­pro­zes­sen, der Ent­las­tung des Strom­prei­ses von der EEG-Umla­ge, einer wirk­sa­men Car­bon-Leaka­ge-Rege­lung, der Ver­füg­bar­keit von Schrott, der Rege­lung von Car­bon Con­tracts for Dif­fe­rence sowie büro­kra­ti­sche Las­ten und zu lan­ge Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren setz­te der Prä­si­dent den Rah­men für die fol­gen­den Diskussionen.

Ange­reg­te Dis­kus­si­on: Otto Fri­cke (li.) und Prä­si­dent Cle­mens Küpper.

Die ers­te Ant­wort der Poli­tik war der Vor­trag von Otto Fri­cke, damals haus­halts­po­li­ti­scher Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, der für enge Zusam­men­ar­beit warb: „Machen Sie uns Poli­ti­ker schlau mit ihrer Sach­kennt­nis.“ Nach der dar­an anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on zwi­schen Fri­cke und Küp­per, modert von Judith Schul­te-Loh, hat­te der BDG mit Prof. Andre­as Knie, Lei­ter der For­schungs­grup­pe „Digi­ta­le Mobi­li­tät“ am Wis­sen­schafts­zen­trum Ber­lin (WZB), bewusst auf einen Red­ner mit dis­rup­ti­ven Ideen gesetzt. Er for­dert die Abkehr vom Indi­vi­du­al­ver­kehr hin zu auto­nom fah­ren­den Shut­tles. Hier kam es auch zu einer erhöh­ten Nut­zung der digi­ta­len Feed­back­mög­lich­keit der Teil­neh­mer – meist durch gesenk­te Dau­men. Die­se Mög­lich­keit hat­te es geschafft, die Teil­neh­mer­zahl trotz aus­schließ­lich vir­tu­el­ler Teil­nah­me über fast die gesam­te Ver­an­stal­tungs­dau­er nahe­zu kon­stant zu halten.

Kern und Höhe­punkt der Ver­an­stal­tung bil­de­te das Nach­mit­tags-Panel, ein­ge­lei­tet von Mona Neu­baur, der NRW-Lan­des­vor­sit­zen­den von Bünd­nis 90/Die Grü­nen. Die Dis­kus­si­ons­run­de mit Neu­baur, Lukas Mag­gio­ni, Fri­days for Future, Hol­ger Lösch, stell­ver­tre­ten­der Haupt­ge­schäfts­füh­rer BDI, sowie den Gie­ßern Dr. Chris­tia­ne Heunisch-Grotz und Dr. Lud­ger Ohm folg­te ihrer Rede. Dr. Heunisch-Grotz rech­ne­te den hohen Inves­ti­ti­ons­be­darf für den Aus­tausch ihres Kupo­lo­fens vor und kri­ti­sier­te lan­ge Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren und den zöger­li­chen Aus­bau der erneu­er­ba­ren Stro­min­fra­struk­tur. Dr. Ohm stell­te den mas­siv gestie­ge­nen Ener­gie­kos­ten die nied­ri­ge Gewinn­mar­ge in der Bran­che entgegen.

Prof. Wolf­ram Volk, TU Mün­chen, prä­sen­tier­te abschlie­ßend das Pro­jekt Wind­melt. Schmel­zen an Wind­rä­dern sol­len mit Ener­gie­über­schüs­sen schmel­zen und Flüs­sig­me­tall an Gie­ße­rei­en ver­tei­len. Ein posi­ti­ver und gleich­zei­tig sehr geer­de­ter, unauf­ge­reg­ter Abschluss eines Zukunfts­ta­ges, der einen neu­en Level im Auf­tritt von Bran­che und Ver­band markiert.

Laura Wöller
Stellv. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Laura Wöller
Stellv. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Martin Vogt
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Chefredakteur
Martin Vogt
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